Screenshot der Projektvorstellung auf yougle.de
Ich begrüße sie und euch alle sehr herzlich zur Preisverleihung des 8. Initiativen-Preises und freue mich, dass sie so zahlreich erschienen sind. Ich begrüße vom Ministerium Herrn Prof. Klaus Schäfer, der nachher auch ein paar Worte an sie richtet.
Ich freue mich sehr, dass aus dem Paritätischen einige sozusagen Ehemalige anwesend sind. Landesgeschäftsführer Herr Püschel und Vorstandsmitglieder Frau Rieser. Sie sind hier quasi als Privatperson, aber sie waren uns immer sehr verbunden und ich freue mich sehr, dass sie gekommen sind. Vielen Dank.
Ich begrüße vom Jugendamt der Stadt Köln Frau Quilling. Herzlich Willkommen.
Ich denke, Köln spielt heute bei dieser Preisverleihung eine ganz besondere Rolle. Wir haben uns schon überlegt, als wir mit dem Juryergebnis fertig waren und uns das angeguckt haben, vielleicht müssen wir uns noch halb entschuldigen. Das war jetzt kein Kölscher Klüngel und da hat auch im Hintergrund keiner dran gedreht. Es war tatsächlich so, dass die Jury, die sich zusammengesetzt hat Ende Oktober, um aus den mehr als 30 Bewerbungen diese Preisträger zu küren, nach intensiver Diskussion zu dem Ergebnis gekommen ist, dass die Preisträger und Preisträgerinnen, die ich gleich beglückwünschen darf, die besten waren. Und wenn es nun mal in Köln so war, dann hat das möglicherweise zwei Gründe. Dass sich zum einen viele Leute aus Köln beworben haben, dafür möchte ich herzlichen Dank sagen. Und dass die Qualität der Arbeit, die in Köln geleistet wurde sehr gut ist. Und ich denke, dafür brauchen wir uns nicht zu entschuldigen.
Lobende Erwähnung für "UNART e.V."
Wir haben immer mal, so auch bei der heutigen, eine Lobende Erwähnung zu vergeben. Denn es passiert immer wieder, dass im Pool der eingereichten Vorschläge das ein oder andere Projekt ist, das vielleicht nicht so punktgenau dahin passt, was ausgeschrieben wurde, dass aber trotzdem noch einmal eine besondere Note, einen besonderen Aspekt herausarbeitet, den wir einfach nicht vergessen haben möchten.
Und das ist heute das Projekt von UNART e.V. Essen, der Verein, der in besonderer Weise mit Kindern und Jugendlichen in der Psychiatrie kulturpädagogisch arbeitet. Ich finde besonders wichtig, dass wir es hier mit vernachlässigten Jugendlichen zu tun haben, die in ihrem jungen Leben schon sehr viel mitgemacht haben. Was sie in die
Psychiatrie gebracht hat und was sie sich dort immer wieder als Patienten erleben. Das Projekt von UNART geht in einem Kunstprojekt im besonderen Maße auf sie als gleichberechtigte Partner zu, nimmt sie als solche wahr.
Das Projekt hat uns so gut gefallen, dass ich Sie jetzt nach vorne bitten darf, um Ihnen die „Lobende Erwähnung“ zu überreichen. Die Jury war von der Arbeit Ihrer Initiativgruppe überzeugt, die seit Jahren mit Kindern und Jugendlichen, die in der Psychiatrie untergebracht sind, kulturpädagogisch arbeiten.
3. Preis Projekt "Baui-Chef Wochen"
Kommen wir jetzt zu den dotierten Preisen. Ein ähnlicher Fall, wie ich ihn eingangs dargestellt habe. Auch hier haben wir einen Moment gezögert und überlegt, ob wir der Ruhrwerkstatt Oberhausen e.V. den Preis geben wollen, weil die Ruhrwerkstatt den Preis schon mal bekommen hat. Wir haben überlegt, aber dann gesagt, es ist völlig richtig, weil das Projekt, das sie vorgestellt haben, uns von Anfang an überzeugt hat. Besonders, wenn es in Ergänzung zu den anderen Preisträgern sieht. Die Überlegung auf dem Bauspielplatz die Baui-Chef-Wochen einzurichten ist eine wirklich interessante Idee. Wir haben uns mit der DVD, die wir angesehen haben - ich will nicht sagen amüsiert, das wäre despektierlich- aber wir haben mit großem Interesse gesehen, wie dort auf dem Bauspielplatz verfahren wurde. Ich muss das hier gerade mal erläutern: auf dem Bauspielplatz wurde jeden Tag ein Baui-Chef gewählt worden, in geheimer demokratischer Wahl. Dazu gab es auch Wahlkämpfe, die entsprechend ausgestattet worden waren. Jeder für sich. Ich hatte das Gefühl, es gab auch so etwas wie Koalitionen oder man unterstützte sich gegenseitig. Dann mussten auch entsprechende Wahlreden gehalten werden. Es war eine Form von gelebter Demokratie, ernsthaft aber trotzdem so spielerisch, wie es sich für einen Bauspielplatz gehört. Es hat Spaß gemacht, das anzugucken. Wir wissen natürlich, dass es solche Projekte bereits in anderen Kontexten und Zusammenhängen gab, in anderen Städten. Es ist ein pädagogisches Konzept, das da jetzt nicht unbedingt neu erfunden worden ist. Aber was in Oberhausen auf dem Bauspielplatz mit einem ganz besonderen Charme umgesetzt worden ist. Und das hat die Jury letztendlich so überzeugt, dass wir gesagt haben: doch, der 3. Preis geht noch Oberhausen, denn sie haben es verdient.
„Die Jury überzeugte insbesondere das konsequente Rollenspiel auf dem Bauspielplatz während der Sommerferien. Wahlkampf, Wahlgangregelungen und Budgetgewalt, Ausübung und Begrenzung kennzeichnen das Projekt als demokratisches Übungsfeld.“
2. Preis Projekt "Mitmischen in Köln"
Wir kommen zum 2. Preis. Er geht an das Bürgerzentrum Vingst „et Sozi“ - aber ich habe gelernt, es geht nicht nur an das Bürgerzentrum, sondern es gibt da ein starkes Bündnis drum herum. Allen voran der Jugendclub Escherstraße, der heute hier zahlreich vertreten ist und der sich in diesem Netzwerk der Arbeit für das Viertel, in dem es darum ging, für mehr Partizipation und Lebensqualität im Stadtteil gemeinsam zu arbeiten, massiv eingesetzt hat. Ich bitte das Bürgerzentrum Vingst „et Sozi“ und den Escher Club auf die Bühne.
Der 2. Preis: „Die Jury überzeugte das Engagement von Jugendlichen und jungen Erwachsenen für mehr Partizipation und Lebensqualität in ihrem Stadtviertel.“ Wie wir sehen, ein großes und komplexes Netzwerk mit klaren politischen Forderungen.
1. Preis Projekt "Zoom auf Politik in deiner Stadt"
Der 2. Preis ging nach Köln und Teile des 1. Preises gehen ebenfalls nach Köln. Hier nutze ich die Gelegenheit, die Kölner Beigeordnete Dr. Agnes Klein herzlich in dieser Runde zu begrüßen. Sie wird nachher auch noch einige Worte an uns richten.
Screenshot der Projektvorstellung auf yougle.de
Bei der Suche nach dem 1. Preis hatten wir in der Jury schon wieder ein Problem. Sie merken, diese Jury war nicht ganz so einfach und zwar deswegen, weil wir unter den preiswürdigen Projekten zwei gefunden haben, die sich auf ein Drittes bezogen. Und wie wir dann bei den beiden Projekten, die aus Bochum und Alfter in unserem Projektepool lagen, feststellten, wurde die Idee in Köln geboren und in diesen Städten und anderen beteiligten Städten ausgezeichnet umgesetzt. Nämlich der Impuls, aus dem Jugendfilmclub, aus dem Medienzentrum heraus, mit den neuen Medien und den Möglichkeiten von Internetfernsehen vertraut zu machen, zu interviewen, raus zu gehen und sich als Reporter zu betätigen. Um das auch vielfältig zu unterstützen, sind Fachleute des Medienzentrums in die Regionen gegangen und haben dort den Jugendgruppen und Initiativen dabei geholfen, diese Idee umzusetzen und ihrerseits vor Ort Kontakte mit den Politikern aufzunehmen, Podiumsdiskussion zu führen, darüber zu berichten, diese zu entwickeln, ein intensives Netzwerk auch im Internet herzustellen. Deswegen haben wir gesagt: der 1. Preis muss dieses Mal zum ersten Mal dreigeteilt werden.
Der 1. Preis geht zu gleichen Teilen an den Jugendfilmclub Köln e.V., Medienzentrum für die Idee und die Begleitung dieses Projektes, für die Konzeption und die personelle Unterstützung. Und er geht ebenfalls zu gleichen Teilen an die Rosa Strippe e.V., Bochum und den Sprachenladen e.V., Alfter. Jeder auf eine sehr andere Art hat dieses Projekt in ihrer Stadt umgesetzt und wie ich gerade schon sagte, Podiumsdiskussionen entwickelt, Internetseiten gestaltet, Interviews durchgeführt und dadurch tatsächlich nicht nur Demokratie als ritualisierten Prozess gelehrt. Was das mit Mediendemokratie eigentlich ist, welche Funktion, welche Bedeutung dabei auch die Medien oder die Medienkompetenz hat.
Jetzt, wo alle Preise vergeben sind, freue ich mich darauf, dass Prof. Klaus Schäfer die Laudatio auf die Preisträger hält.
[Der Text ist zitiert aus der Verleihungsrede von Dr. Volker Bandelow, Vorsitzender Paritätisches Jugendwerk NRW]
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Der INITIATIVENPREIS 2009 ist eine Initiative des Paritätischen Jugendwerkes NRW im Rahmen des Projektes "Pakt mit der Jugend". |
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