Initiativenpreis 2009. Rettet die Wahlen.
Kindernöte e.V., Köln
Eingebunden in das Netz lokaler Kooperationspartner betreibt Kindernöte e.V. interkulturelle und gewaltpräventive Kinder- und Jugendhilfeprojekte meist im Rahmen bindungsorientierter, nachhaltiger Gruppenarbeit in einem von Kinderreichtum, Arbeitslosigkeit, Interkulturalität und Bildungsferne geprägten Stadtbezirk im Kölner Norden.
Die „VolkhovenWeilerStyler“, eine Gruppe von 20 Kindern im Alter von sechs bis 14 Jahren des Straßen-Kinder-Projekts in Köln-Chorweiler, diskutierte ein ganzes Wochenende lang mit ihren Gruppenleitern und den beiden Fahrern des Kleinbusses des Deutschen Kinderhilfswerks über das Thema "Kinderrechte". Anne Lütkes, Vorstandsmitglied des Kinderhilfswerks, wollte mit dieser bundesweiten Aktion den Kindern ein Sprachrohr geben - eine Ebene, auf der sie kindgerecht ihre Rechte und Wünsche äußern können.
Ein Bretterzaun als „Klagemauer“ trug Zettel und Bilder...
...mit dem, was Kinder in ihrer Lebenswelt nervt und stört, ebenso ihre Wünsche. Diese waren meist sehr sinnlich und konkret:
Jedes Kind soll ein Recht auf leckeres Essen haben und viele Spielsachen.
Und weil Chorweiler ein Stadtteil mit vielen kinderreichen Familien ist, ist die Forderung, dass jedes Kind ein Recht auf ein eigenes Zimmer haben sollte, nachvollziehbar.
Eine Taschengeld-Untergrenze von 3,50 € wöchentlich wurde lange diskutiert.
Und weil sie Schule ja nicht immer doof finden, bestand rasch Einigkeit, dass alle Kinder das Recht auf eine Schule haben.
Die zehnjährige Lea sorgte für den ungewöhnlichsten Wunsch: „Jedes Kind in der Stadt sollte ein Recht auf einen Apfelbaum haben, von dem es pflücken kann!“
"Kinderrechte-Koffer“ in der Hauptstadt
Damit man alle diese Wünsche nicht vergisst und damit sie auch jeder verstehen kann, wurden sie von den Kindern auch gezeichnet und gestaltet. Ein riesiger alter Überseekoffer wurde liebevoll und sorgfältig mit Gemaltem, Gebastelten, Gekneteten, Geschriebenen und einer Video-CD über die Aktion gefüllt. Am 19. Sept. 2008 reisten dreizehn „VolkhovenWeilerStyler“ auf Einladung des Kinderhilfswerks gemeinsam mit ihrem „Kinderrechte-Koffer“ in die Hauptstadt, in der Recht und Gesetz gemacht und verwaltet wird.
Zur großen Weltkindertagsfeier am 20. September auf dem Potsdamer Platz traten die Kinder gemeinsam auf einer großen Bühne auf, wo sie stolz ihren Koffer präsentierten und sich stark dafür machten, dass die Kinderrechte ins Grundgesetz aufgenommen werden.
Wird es Apfelbäume in der Stadt geben?
Zurück von der „großen“ Berliner Politik rückte Leas Wunsch nach einem Apfelbaum für jedes Kind wieder in den Vordergrund.
Und weil die Kinder gelernt hatten, dass es in jeder Stadt und in jedem Stadtteil Leute gibt, die von den Bewohnern gewählt werden, um sich um deren Sorgen und Belange zu kümmern, schrieben sie einen Brief an die Bezirksvertretung in Köln-Chorweiler.
Darin formulierten die Kinder ihren Wunsch nach einem eigenen Gruppen-Apfelbaum und sie verpflichteten sich, als Gruppe dafür zu sorgen, dass er immer genügend Wasser hat und gepflegt wird. Sie überbrachten diesen Brief dem Bezirksvorsteher persönlich und verfolgten die entscheidende (für sie größtenteils ziemlich langweilige) Sitzung der Bezirksvertretung.
An einem trockenkalten Novembertag 2008 war es soweit
Unterstützt durch einen Gärtnermeister der Landwirtschaftskammer NRW wurden im Generationenpark, dem ständigen Treffpunkt der WeilerStyler, zwei kräftige Hochstämme feierlich gepflanzt.
„Sind das jetzt echt unsere Bäume?", „Wir passen gut auf sie auf!", „Bald können wir Äpfel ernten!", „Ich komme jetzt jeden Tag und gieße die Bäume!", „Wann muss man die Bäume denn beschneiden?", „Wir müssen den Bäumen jetzt auch Namen geben!" waren nur einige der Diskussionen an diesem Nachmittag.
Dass gelebte Partizipation auch heißt Warten zu können, lernen die Kinder daran, dass sie noch eine Zeit warten müssen, bis die ersten Früchte an ihren Bäumen süß schmecken.
Der Kinderrechte-Koffer ist mittlerweile wieder aus Berlin, wo er eine Zeit lang eine Ausstellung geschmückt hat, nachhause gereist. Im Foyer des Handwerkerhofs in Chorweiler Zentrum steht er nun noch bis Ende September 2009 gemeinsam mit der Dokumentation „Straße der Kinderrechte" als ein Beispiel für kindliche Ideen, ihre Umwelt mitzubestimmen.
Kindernöte e.V.
Florenzer Str. 20
50765 Köln-Chorweiler
Telefon 0221 / 7006520
Email mail@kindernoete.de
Internet www.kindernoete.de
Ansprechpartnerin
Anna Knauer
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Der INITIATIVENPREIS 2009 ist eine Initiative des Paritätischen Jugendwerkes NRW im Rahmen des Projektes "Pakt mit der Jugend". |
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Ausdruck aus:
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