Deutscher Kinderschutzbund, OV Köln e.V.
Die Stadtteilarbeit vom Kinderschutzbund Köln bietet mit dem "Kalker Laden" eine offene Kontakt- und Beratungsstelle für Kinder und Jugendliche, Eltern und Familien im sozialen Brennpunkt. In den Begegnungsstätten in Bayenthal und im "Kalker Treff" werden Gruppen, Kurse, Hausaufgabenhilfe und sonstige Aktivitäten für Kinder und Jugendliche, Eltern und Familien angeboten.
Im Stadtteil Kalk ist der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund besonders hoch. Nur wenige Kinder haben Kenntnisse von der Geschichte der so genannten "Gastarbeiter". Auf einer Wochenendfahrt sollten sich die Kinder - vier Mädchen und vier Jungen im Alter von 8 bis 14 Jahren türkischer, russischer, spanischer und deutscher Herkunft - spielerisch mit dem Thema Migration und mit ihrer persönlichen Geschichte und der ihrer Eltern beziehungsweise Großeltern beschäftigen. Gleichzeitig floss das Kölner Märchen der Heinzelmännchen in die Geschichte ein.
"Kalkermännlein" (ehemals Heinzelmännchen)
Auf Grund der knapp bemessenen Zeit schrieb ein pädagogischer Mitarbeiter das Drehbuch für den kleinen Film. Im Gegensatz zum Originalmärchen werden hier die Heinzelmännchen arbeitsmüde, weshalb ihr Zunftmeister beschließt, Gastarbeiter-Heinzelmännchen einzuladen. Bei der Ankunft ergeht es diesen ähnlich wie den ersten Gastarbeitern in Deutschland - man ist sich fremd und steht sich voller Skepsis gegenüber.
An den verschiedensten Orten sieht man die Heinzelmännchen bei der Arbeit, in einer Bogenwerkstatt, in der Brauerei, im Steinbruch. Die Kölner Heinzelmännchen genießen zunächst die viele Freizeit, allmählich macht sich jedoch die Missgunst breit und sie wollen ihre Arbeitsplätze zurück. Als beide Seiten bemerken, dass sie versuchen den anderen loszuwerden, packt sie die Reue. Sie tasten sich an die fremden Gewohnheiten heran, lernen den anderen "Fremden" besser verstehen und vertragen sich schließlich.
Der Bezug zur Geschichte der "Gastarbeiter" löste bei den Kindern schnell Begeisterung aus, da sie sich gut in die Situation einfinden und sich mit vielen Aspekten identifizieren konnten. In Gesprächen erzählten sie, wie ihre Eltern oder Großeltern nach Deutschland kamen, wie es ihnen damals erging und wo sie arbeiteten.
Die Stadt Monschau bot mit ihren Gassen, Fachwerkhäusern und der Burg eine ideale Kulisse. Im Brauereimuseum und in der Bogenwerkstatt durfte die Gruppe die einzigartige Umgebung und die verschiedenartigsten Werkzeuge für den Film nutzen.
Die "Gastarbeiterproblematik", spielerisch anhand des umgeschriebenen Märchens erarbeitet, sensibilisierte die Kinder für ihre eigene Vergangenheit beziehungsweise die ihrer Familien. Die Aussage des Films - Verständigung und Versöhnung von Menschen mit unterschiedlicher Herkunft - vermittelte den Kindern Optimismus auf ein respektvolles Miteinander.
Das Filmemachen hat den Kindern großen Spaß gemacht, beim Schauspielen entdeckten sie neue Fähigkeiten an sich.
Deutscher Kinderschutzbund, OV Köln e.V.
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